Aber bei Teenagern stellte man fest, dass die überhaupt nichts mehr glaubten, was in Zeitungen stand oder im Fernsehen kam. Sympathischer wurden die Verlage auch nicht, als sie anfingen, kleine Blogs mit ein paar Anzeigen wegen des Leistungsschutzrechtes abzumahnen. Damals gründete dann der Udo Vetter auch seine Initiative zur Sicherung der Publikation im Internet.
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Künstler müssen eines: wissen, von wem sie Geld bekommen können. Und es von demjenigen fordern. Schnell sein. Mischkalkulationen anstellen. Solidarisch sein. Materialistisch sein. Und nicht: Geisterdebatten führen.
Und dann würde ich mir erneut meine gesammelte Lebenserfahrung nochmal angucken und dabei relativ schnell feststellen, daß ich mit vielen Leuten, Firmen und Instanzen zu tun hatte, einige waren cool, andere uncool, aber nur die große Musikindustrie hat Verhaltensweisen an den Tag gelegt, wie ich sie eher von einem betrunkenen Dreijährigen erwarten würde. Menschen verhalten sich meistens ähnlich, nämlich menschlich, also ungefähr so wie ich. Firmen verhalten sich jedoch gern auch mal wie Psychopathen. Ich habe also den leisen Verdacht, daß es für Kunst und Kultur gut sein könnte, wenn einige Dinge sich ganz vorsichtig ein wenig in die Richtung verschieben, wie sie von Netzaktivisten gefordert wird – kürzere Fristen, mehr Freiheiten.
Wir erleben gerade eine Entwicklung, dass es Law in books gibt und Law in action. Das, was wirklich passiert, löst sich von dem, was in den Gesetzen steht.
Ganz schöner Artikel, spiegelt aber doch eher nur das Gefühl meiner älteren Freunde aus den alten Bundesländern wieder.
Ich sehe die Proteste gegen Acta deshalb als Ausdruck einer grossen Krise der parlamentarisch-repräsentativen Demokratien. Viele fühlen sich von den Politikern weder verstanden noch vertreten. Sie sehen das politische System in der Hand von Lobbyisten und Interessenvertretern. Das hat zu einer grossen Unzufriedenheit geführt, die sich etwa darin zeigt, dass alle Parteien Mitglieder verlieren. Viele Wähler denken heute, es mache keinen Unterschied mehr, ob sie SP, CVP oder FDP wählen, weil unter den vorhandenen ökonomischen Sachzwängen ohnehin alle gleich handeln.
Manche Politiker werden hoffen, dass es mit der Netzpolitik bald vorbei sein wird. Bei klaren Mehrheitsverhältnissen, so lautet das Argument, werde die Netzgemeinde in der Politik keine solch herausgehobene Rolle mehr spielen wie derzeit. Diese Sicht der Dinge verkennt, dass mit dem Internet ein grundlegender Wandel der Öffentlichkeit eingeleitet ist.
Deshalb sind wir, als Nutzer des Staates, zunehmend verärgert über seine archaische Benutzeroberfläche.
Ihre Erfolge im Ringen mit der Rechteindustrie stellen in Frage, ob die Bürger Europas wirklich derart machtlos gegenüber Wirtschaftsinteressen sind, wie derzeit unter Verweis auf die Banken immer wieder behauptet wird. Es gibt kein Gesetz, dass Demokratie-Domino an der Grenze von digitaler und analoger Welt enden muss.
Die frisch entflammte Liebe zur Transparenz ist das Ergebnis eines Kulturschocks. „Shitstorm“ nennen Blogger das, was in den zwei Wochen der Koalition um die Ohren flog. Das Wort wird sich zu merken sein.
Der Grund warum ACTA polarisiert, ist wohl der, dass eine wachsende Öffentlichkeit die fortschreitende Verschärfung des Rechts des geistigen Eigentums als Bedrohung empfindet und gerade erstmals auf Umstände aufmerksam wird, die es z.T. schon seit längerer Zeit gibt.
Anarchismus ist für mich eine utopische Vorstellung: erstens die totale Eliminierung von Gewalt und Krieg und Armeen. Zweitens direkte Demokratie. Und drittens eine libertäre, sozialistische Gesellschaft. Das bedeutet, das System kümmert sich um Grundbedürfnisse wie die Gesundheitsversorgung, den Kindergarten, die Schulen und die Sicherheit, lässt den Bürgern aber gleichzeitig ihre persönliche Freiheit und Verantwortung. Vielleicht können wir ein solches System aufbauen. Vielleicht werden wir der erste anarchistische Staat der Welt.
Empire Me
Arschloch
Schon bei einem Blick auf die heutige Web-Nachrichtenlage (Grooveshark, SOPA) stelle ich fest, dass Positionen in Politik und Wirtschaft, die Entscheidungsgewalt ausüben können, mit Arschlöchern besetzt sind oder direkt von Arschlöchern beeinflusst werden.
Das kann auch gar nicht anders sein, weil Politik und Wirtschaft jeweils zwei Systeme sind, die nur die härtesten Arschlöcher nach oben bringen. Es kann davon ausgegangen werden, dass ganz oben also jeweils das größte Arschloch sitzt.
Kein ethisch normal denkender Mensch würde sich auch aus freien Stücken dafür entscheiden, eine Karriere anzustreben, die mindestens die mittlere Führungsetage der nationalen oder internationalen Politik oder eines Unternehmens vorsieht. Das geht nur mit einer Arschloch-Veranlagung, mit der ich es als ernsthafte Option ansehen kann, mein Gewissen und meine Moral, einem anderen Ziel – Geld? – unterzuordnen.
Der Antikommunismus ist der politisch korrekte Hasskrampf der Intelligenz, ein Alibi-Lieferant für die politischen Fehltritte der Vergangenheit und für den politischen Extremismus der Gegenwart. Darüber hinaus ist er ein ausgezeichneter Generator sozialer Verantwortungslosigkeit, mit dessen Hilfe die Komplexität des jugoslawischen Selbstverwaltungssozialismus unterschlagen wird und die Bürgerkriege als unausweichliches Resultat des sozialistischen Jugoslawiens dargestellt werden können.
Vor allem will ich nicht verstehen, dass „Islamkritik“ in allen Spielarten, bis hinunter zur offenen Demagogie, fast das einzige Prunk- und Ehrenzeichen konservativer Politik geworden ist.
via faz.net