Wir sollen also die Finger von den Schutzfristen lassen. Oh bitte, es bluten einem die Ohren bei diesem ewiggestrigen Singsang, den wir uns seit Jahren anhören müssen, während alle paar Jahre die Fristen verlängert werden. Wir sind jetzt bald bei einer Länge von einem Jahrhundert angekommen, und da bringt Ihr echt das Argument, man dürfe die Schutzfristen nicht anrühren? Wir glauben, es hackt. Das ist das Digitalzeitalter, Freunde, wir wissen nicht mal, wie wir digitale Daten ein ganzes Jahrhundert lang bewahren sollen. Die Archive und Bibliotheken haben noch nicht mal annähernd ein Konzept dafür. Und diese DRM-Grütze und der Mangel an offenen Formaten, das sind die Probleme, und beides hat einen Zusammenhang zu Schutzfristen. Nicht nur deswegen müssen sie radikal verkürzt werden, sondern auch, weil selbst Ihr auf den Schultern von Riesen steht, denen Ihr gefälligst Tribut zu zahlen habt.
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Sie müssten einfach verstehen, dass Solidarität heute auf einer anderen Erfahrung beruht als im 20. Jahrhundert. Sie beruht auf dem Austausch von Kultur und Wissen und nicht mehr auf der gemeinsamen Erfahrung im Arbeitsprozess. Deshalb ist auch die oft beklagte Individualisierung gerade nicht das Gegenstück zur Solidarität, wie uns die neoliberale Ideologie glauben lässt.
Manche Politiker werden hoffen, dass es mit der Netzpolitik bald vorbei sein wird. Bei klaren Mehrheitsverhältnissen, so lautet das Argument, werde die Netzgemeinde in der Politik keine solch herausgehobene Rolle mehr spielen wie derzeit. Diese Sicht der Dinge verkennt, dass mit dem Internet ein grundlegender Wandel der Öffentlichkeit eingeleitet ist.